| | |  |
 Bild vergrößern
| | Die Stunde des Schakals€ 19.95- Unverb. Preisempf. € 19.95
- 4 Bewertungen: 5.0

|
Die Stunde des Schakals
jetzt bestellen...
im amazon Shop
€ 19.95Details zu den Versandkosten auf der Shop Seite
|
|
 |
| | | | Endlich ein realistischer deutscher Polit-Thriller! "Nationen werden in Blut geboren. Genau wie Babys. Der Unterschied ist, das sich das Blut bei Nationen nicht so leicht abwaschen lässt. Es klebt und klebt und..." Diese Sätze legt Autor Bernhard Jaumann einem namibischen Kriminalbeamten in den Mund. Wie oft wird von Touristen, die dieses herrliche Land besuchen, vergessen, dass die Unabhängigkeit erkämpft werden musste, auch mit Gewehren - weil die weißen Besatzer der Rassistenarmee des früheren Südafrika sich über Jahrzehnte geweigert haben, die vielen Resolutionen der UNO zu achten, sondern Namibia weiter unterjochen wollten. Es ist sehr ungewöhnlich in der deutschen zeitgenössischen Literatur, dass in einen Kriminalroman politische Gedanken eingeschrieben werden. Hierzulande publizieren die Verlage lieber "Politthriller" aus den USA, die sich nicht mit der für jeden Leser nachvollziehbaren deutschen Gegenwart beschäftigen. Namibia ist Gegenwart, weil dort die weißen deutschstämmigen Farmer, Nachfahren der Kolonisten, immer noch die wirtschaftliche Macht fest in ihren Händen halten und darüber zu reden oder zu schreiben ein deutsches Tabu ist. Jaumann setzt sich in seinem Krimi darüber erfrischend hinweg. Schon das Thema packt ein heißes Eisen an: Vor zwanzig Jahren wurde Anton Lubowski ermordet, erstes weißes Mitglied der namibischen Regierungspartei SWAPO. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben Buren das Verbrechen verübt, Mitglieder eines rassistischen Geheimdienstes der früheren Apartheidregierung Südafrikas. Es gab nie einen Prozess, der Mord ist gerichtlich bis heute nicht aufgeklärt, die Tat nicht gesühnt. Die der Tat äußerst verdächtigen mutmaßlichen Verbrecher sind namentlich bekannt. Jaumann, der inzwischen in Namibia lebt, hat lange recherchiert und legt in seinem spannenden Krimi eine Fantasielösung des Falles vor, nennt dabei die wirklichen Namen der Tatverdächtigen und schließt in seinem Nachwort mit einer Aufforderung: "Falls irgendwer meine erzählerische Vergegenwärtigung dessen, was geschehen sein könnte, als untragbar ansieht, steht ihm der Gerichtsweg offen. Vielleicht kommt es dann zu einem Prozess, der endlich Licht in die Sache bringt".
Jaumann beweist, dass Krimiautoren sich nicht nur ihrer Fantasie hingeben müssen. Die Beschäftigung mit hochbrisanten politischen Fragen kann auch in Deutschland Rezept für schriftstellerischen Erfolg sein. Das sollten sich die großen Verlage merken. Erfrischend ist auch die Aufmachung der realistischen Erzählung: in Kursivschrift eingeschoben lässt der Autor seine Personen immer wieder einmal selbst zu Wort kommen, schafft dadurch einen anderen Blickwinkel des Handlungsablaufs.
Wer Namibia kennt, wird Straßen, Plätze und Landschaften wiedererkennen. Wer noch nie dort war, könnte durch den Krimi dazu angeregt werden, das Land zu besuchen und wird dabei nicht wie fast alle Touristen ausschließlich durch Reiseliteratur auf dem Pfad leider immer noch kolonistisch gefärbter deutschstämmiger Namibier vorbereitet sein. Eines der besten Bücher, die in diesem Jahr auf den Markt gebracht wurde. An dieser positiven Bewertung halte ich fest, obwohl Jaumann wie fast alle deutschen Autoren leider immer wieder in alten kolonialen Sprachgebrauch verfällt ("Buschmänner", "Stamm" etc.).
| | Was ist Gerechtigkeit? Namibia im September 1989: Anton Lubowski wird vor seinem Haus nicht nur ermordet, er wird förmlich hingerichtet. Nichts Neues in einem Land, das gefährlich ist, in dem Morde an der Tagesordnung steht. Doch Lubowski war ein Weißer, ein hochrangiger und namhafter Verfechter der Anti-Apartheit Bewegung, die unaufhaltsam schien, aber ins Stocken geraten war. Der Rassismus im Land hatte sein vielleicht wichtigstes Opfer gefordert. Ein Opfer, das auch 20 Jahre später noch seine Schatten hinterlässt.
20 Jahre nach dem Mord wird in der Nähe des damaligen Tatorts ein Mann in seinem Privathaus erschossen. Mit einer AK-47, aus der Entfernung, direkt vor den Augen seiner Familie. Die Polizei beginnt mit den Ermittlungen, angeführt von der jungen Ermittlerin Clemencia Garises, die von der dunklen Apartheit nur noch wenig mitbekommen hat. Aber trotz der Fortschritte in ihrem Land spürt auch sie jeden Tag die noch vorhandenen Probleme: Rassismus, AIDS, Armut,... Trotz aller privaten und beruflichen Hürden findet Clemencia bald die richtige Spur. Und diese führt sie zurück in die Vergangenheit. Zu jenem Mord an Anton Lubowski, für den nun ein vermeintlicher damaliger Tatbeteiligter nach dem anderen scheinbar mit dem Leben bezahlen muss.
"Die Stunde des Schakals" ist kein Thriller im herkömmlichen Sinn. In großartiger Sprache entführt uns Bernhard Jaumann in das ferne und für mich völlig unbekannte Namibia, zeigt uns die unglaublichen Probleme in diesem Land auf und wie die Menschen teilweise mit großartigem Humor damit umgehen. Darüber hinaus lernen wir auch die schmerzhafte Vergangenheit des Landes kennen, die bis heute in den Alltag hineinspielt. Auch wenn die Geschichte des Buchs erfunden ist, der Mord an Anton Lubowski ist wirklich geschehen. Jaumann hat sich offenbar intensiv mit diesem Verbrechen beschäftigt, das bis heute als das spektakulärste Namibias gilt. Noch heute gibt es viele offene Fragen dazu, die Jaumann als Autor benutzt und in seiner Geschichte (völlig fiktiv versteht sich) auflöst.
"Die Stunde des Schakals" ist Krimi/Thrillerkunst auf höchstem Niveau. Die Symbiose aus Krimi, Geschichts- und Ethnoroman zieht den Leser von Beginn weg tief ins Geschehen. Auch wenn bei mir nie so richtige Spannung im Sinne von "mitfiebern" aufkam, war ich immer mitten in der Geschichte, wollte wissen, wie es weitergeht. Mit seinen knapp 300 Seiten ist das Buch nicht besonders dick, was aber nichts über die Qualität aussagen soll. Wofür andere in 700+ Seiten scheitern hat Jaumann in diesem Buch eindrucksovll geschafft: eine packende Geschichte, interessant, humorvoll, lehrreich, nachdenklich und vor allem nachdrücklich in Erinnerung bleibend. Sehr empfehlenswert!
| Die Passion des stillen Rächers Er ist zweifelsohne eine meiner Entdeckungen des Jahres 2010 der Krimischriftsteller Bernhard Jaumann. Galt er bis jetzt höchstens als Geheimtipp, könnte das sich nun durch seinen Wechsel zu Rowohlt ändern. Die Stunde des Schakals ist das erste Buch, das als Hardcover bei Kindler erschienen ist und das Buch, das für Jaumanns Durchbruch sorgen könnte!
Hat sich Jaumann vormals noch eher im europäischen Raum orientiert, entführt er uns diesmal auf den schwarzen Kontinent, der nun im Zuge der Fußballweltmeisterschaft in aller Munde ist. Clemencia Garises ist bei der Polizei in Namibia angestellt und hat als erfolgreiche Polizistin auch in Finnland ein Praktikum bestreiten dürfen. Sie muss sich sowohl mit ihrer Familie als auch mit unprofessionellen Mitarbeitern herumschlagen und ist deshalb ganz froh, als ihr ein aktueller Fall etwas Abwechslung beschert: Während er seine Bäume wässerte, wurde der Hausbesitzer van Zyl durch einen Elektrozaun von einem Heckenschützen ermordet. Der brutale Mord bleibt allerdings nicht der einzige und es scheint, als würde der Killer einen privaten Rachefeldzug gegen bestimmte Männer führen. All die Morde, denen die junge Polizistin begegnet, haben ihr Motiv offenbar in der Vergangenheit und Clemencia und ihr Team gelangen auf die Spur eines lange zurückliegenden Mordanschlags, für den der Rächer offenbar Vergeltung will...
Jaumanns Roman ist sowohl eine ausgezeichnete Charakterstudie, als auch eine Geschichtsstunde und eine aufregende Mörderhatz quer durch den Süden Afrikas. Ihm gelingt es mühelos, psychologisch ausgefeilt und atmosphärisch dicht zu erzählen, ohne den Plot aus den Augen zu lassen. Insgesamt eine spannende und lehrreiche Lektüre, von der man sich eindeutig Nachschlag wünscht!
| | Die Stunde des Schakals Sehr spannend und fesselnd geschrieben,
dazu sehr passend und gut beobachtet, d.h. die Geschichte Namibias gut eingearbeitet..
Kann ich nur empfehlen
| |
| |