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| | Morenga : Roman€ 10.90- Unverb. Preisempf. € 10.90
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Morenga : Roman
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| | | | Über die Kolonialzeit des Kaiserreichs Grundthematik dieses Romans ist die deutsche Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Namibia, das damals den Namen "Deutsch-Südwestafrika" trug. Die dort ansässige indigene Bevölkerung, die Herero, werden brutal unterdrückt, rebellieren schließlich in einem großen Aufstand, der schließlich getreu der Maxime "ein toter Herero ist ein guter Herero" vollständig von den Deutschen niedergeschlagen wird - knapp 14000 Herero sterben dabei.
In diesem Kontext begleitet der Leser den jungen Veterinär Gottschalk, der sich freiwillig für den Dienst in Afrika gemeldet hat und insgeheim von einer idyllischen Farm in der Kolonie träumt. Doch je länger er in Afrika stationiert ist, desto mehr wächst sein Respekt und seine Bewunderung für die Eingeborenen. Er fängt an ihre Sprache zu lernen, beschäftigt sich immer mehr mit der indigenen Kultur und distanziert sich erst im geheimen, später dann immer offensichtlicher von der deutschen Militärbesatzung und ihrem Besatzungssystem.
Uwe Timm spickt den Roman auf brillante Weise mit originalen Dienstmeldungen, Befehlen und Dienstvorschriften der Kaiserzeit, welche die Absurdität der deutschen Kolonialgeschichte verdeutlichen.
Für Geschichtsinteressierte definitiv empfehlenswert. :)
| | Was nicht vergessen werden sollte Der Autor stellt in zahlreichen anektotisch aneinandergereihten Ereignissen die ruhmlose deutsche Kolonialgeschichte Anfang des 20. Jhdt. dar. Er gibt ein hervorragendes Bild der Glaubenswelt, die diesen ersten deutschen Völkermord getragen hat und rechtfertigen wollte, stellt aber auch die beginnenden Zweifel an der Richtigkeit solchen Mordens dar. Da er wenig Lustiges - abgesehen vom großen Schnapsfass - enthält, wirkt der Roman oft wie ein Sachbuch.
| Deutsches Schutzgebiet Von einer Namibia-Rundreise brachte mir meine Tochter eine Kaffeetasse mit dem Aufdruck "Deutsches Schutzgebiet" und einem gekrönten Adler mit. Gerne habe ich daraus Kaffee getrunken, jetzt aber die Tasse beiseite gestellt. Nachdem ich in Uwe Timms herausragenden Roman Morenga gelesen habe wie menschenverachtend sich Deutsche in diesem Land aufgeführt haben kommt mir die Bezeichnung "Schutzgebiet" als eine Verhöhnung der dort lebenden Menschen vor. Der Roman ist voll Sympathie für Morenga und die schwarze Bevölkerung geschrieben. Es tröstet nicht, zu erfahren, daß schon damals einige wenige Probleme mit der deutschen Großmannsucht hatten. Der Roman ist fesselnd und informativ. Ich habe ihn in "einem Rutsch" gelesen, fast verschlungen und wurde etwas traurig dabei.
| | Morenga von Uwe Timm Das Buch hat mir gut gefallen, es ist amüsant, kurzweilig und erfrischend geschrieben und basiert größtenteils auf Tatsachen. Ob Morenga eine Art "Napoleon" war, wage ich zu bezweifeln denn in die Geschichte sind eher Jonker Afrikander und die Witboois eingegangen. Nebenbei: Dass die deutschen Offiziere zu einem großen Teil als versoffen und dekadent dargestellt werden mussten, befand ich als nicht so gut.
Auf dem Einband wurde erwähnt, dass es sich in dem Buch um den Hereroaufstand handelt. Der wurde allerdings nur am Rande erwähnt denn es wurden fast ausschließlich die Kämpfe mit den Hottentotten (Namas) beschrieben. Die Hereros waren nie soweit im Süden während die Namas sich gerne die Rinder von den Hereros holten. Von Jonker Afrikander stammt auch der Name Windhoek (=Windecke).
Das Buch ist empfehlenswert!
| Detailversessene Schilderung der Sinnlosigkeit eines Krieges Uwe Timm, mir bislang nur bekannt als der Schöpfer des Rennschweines Rudi Rüssel, hat in dieser Collage aus Akten, Briefen, Tagebüchern und historischen Rückschauen, durchsetzt mit den Erlebnissen des Tierarztes Gottschalk, ein meisterliches Werk erschaffen. Teilweise ist es schwierig zu lesen, da auf eine durchgehende, spannende Handlung verzichtet wurde, aber die Mühe lohnt sich. Humorvolle Szenen wechseln mit dem trockenen Amtsdeutsch ab, welches eine eigene Komik besitzt. Stellenweise erinnerte mich die Schilderung der absurden Kriegsmaschinerie, z.B. der Aufbau einer Kamelzucht, an Werke wie Catch 22 von Joseph Heller.
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